Startseite " Orte in der Unterwelt " Beinhaus bei der St.-Jakobs-Kirche
In Bezug auf die Anzahl der gefundenen Überreste ist es das zweitgrößte in Europa, gleich nach dem Pariser
Das Beinhaus, das Sie unter der St.-Jakobs-Kirche finden, ist ein pietätvoller Ort mit mystischer Atmosphäre. Es diente zur Aufbewahrung von Skelettresten aus Gräbern, in denen dann andere Menschen beerdigt werden konnten.
23.12.-26.12. geschlossen
27.12-29.12. 9:30-18:00
30.12. geschlossen
31.12. 9:30-15:00
Die Zahl der hier Bestatteten wird auf über 50 Tausend geschätzt. Der Friedhof bei der St.-Jakobs-Kirche (kostel sv. Jakuba) auf dem heutigen Jakobsplatz (Jakubské náměstí) existierte bereits Anfang des 13. Jahrhunderts. Ebenso wie weitere Stadtfriedhöfe wurde er innerhalb der Stadtmauern errichtet, was eine spätere Erweiterung verhinderte. Die Kapazität war bald nicht mehr ausreichend, weshalb ein Austauschsystem für Bestattungen eingeführt wurde: nach Ablauf von zehn bis zwölf Jahren nach der Beerdigung wurde das Grab geöffnet, die Überreste entnommen und an derselben Stelle ein weiterer Verstorbener beigesetzt.
Der Inhalt der ursprünglichen Gräber wurde in spezielle unterirdische Objekte übersiedelt – in Ossarien oder Beinhäuser. Deren schnelle Überfüllung ist auch auf die häufigen Pest- und Choleraepidemien zurückzuführen, welche die Stadtbevölkerung buchstäblich dezimierte. Die Josephinischen Reformen führten 1784 zur Aufhebung der kirchlichen Friedhöfe aus hygienischen Gründen. Die Überreste aus den Gräbern wurden in der Krypta platziert, die Friedhofsmauer abgerissen, der Platz um die Kirche herum mit den überflüssigen Grabsteinen gepflastert und das Beinhaus geriet langsam in Vergessenheit.
Heute ist das Beinhaus bei der St.-Jakobs-Kirche eine Touristenattraktion und zugleich ein Ort des Gedenkens. Die Besichtigung wird durch die eigens für diesen Raum komponierte Musik des Brünner Komponisten Miloš Štědroň ergänzt.
![dsc87271[1]](https://podzemibrno.cz/wp-content/uploads/2022/06/dsc872711.jpg)
